http://www.ruswil.ch/de/portrait/geschichtefs/
17.12.2018 06:31:53


Geschichte



Der Name Ruswil taucht urkundlich erstmals im Jahre 1233 in einem Schutzbrief auf, den Papst Gregor IX. für das Kloster St. Urban ausgestellt hat. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes ist damit im Vergleich zu andern Orten spät. Die Besiedlung ist wesentlich früher anzusetzen. Auch wenn direkte Funde fehlen, ist davon auszugehen, dass das Gemeindegebiet schon zu keltischer Zeit bewohnt war. Die eigentliche Besiedlung setzte mit der Landnahme der Alemannen im 6. Jahrhundert ein. Daran erinnern die zahlreichen Orts- und Hofnamen auf -ingen und -wil. Dazu gehört auch der Ortsname Ruswil, der auf den Personennamen eines alemannischen Siedlers zurückgehen dürfte. Erinnern die ingen- und wil-Namen an die Landnahme und Ausbauzeit, legen die ebenfalls zahlreichen Namen auf -schwand, -rüti, und -sängele Zeugnis von der hochmittelalterlichen Rodungsphase ab.

Die Historiker gehen davon aus, dass Ruswil bereits im 10. Jahrhundert eine Pfarrei war. Besitzer der Kirche und damit des Kirchensatzes (Einnahmen der Pfarrei) waren zunächst die Freiherren von Wolhusen, ab 1313 die Habsburger. Nach der Schlacht bei Sempach kamen die Ruswiler wie auch der grösste Teil des übrigen heutigen Luzernbiets unter die Hoheit der Stadt Luzern, und damit unter luzernische Vogtei.

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Ruswil entwickelt sich in der Folge zu einem ländlichen Zentrum und war noch im 19. Jahrhundert mit über 4000 Einwohnern die bevölkerungsstärkste Gemeinde nach der Stadt Luzern. Bis ins Jahr 1803 war Ruswil Amtshauptort des gleichnamigen Amtes bzw. Distriktes.

Der Bedeutung entsprechend - grösste Bauerngemeinde und starkes Gewerbe - spielte Ruswil auch bei den politischen Ereignissen eine nicht unwesentliche Rolle. So nahm der sogenannte Zwiebelkrieg in Ruswil seinen Anfang: Im Jahre 1513 zogen 5000 unzufriedene Bauern vor die Tore der Stadt Luzern und verwüsteten die ausserhalb der Stadtmauern gelegenen Gemüsegärten. In Ruswil liefen auch die Fäden im Ruswiler Krieg oder Käferkrieg zusammen. Der Aufstand, der sich 1799 gegen die helvetische Regierung richtete, endete kläglich und mit der Hinrichtung des Ruswiler Anführers. Im Jahre 1840 wurde im Ruswiler "Rössli" der "Ruswiler Verein", die Vorgängerorganisation der Konservativen Partei gegründet, die ein Jahr später im Kanton Luzern die politische Macht übernahm.

Heute gilt Ruswil mit seinen rund 200 Landwirtschaftsbetrieben nach wie vor als grösste Bauerngemeinde der Schweiz. Das 45 Quadratkilometer grosse Gemeindegebiet wird im Kanton Luzern nur noch von drei andern Gemeinden übertroffen. Bevölkerungsmässig steht Ruswil (rund 6900 Einwohner) an 13. Stelle der 83 Luzerner Gemeinden.