Aufgepasst auf den Landstrassen

28. Oktober 2026
Acht Rehe sind im Oktober auf den Strassen im Jagdrevier Ruswil Nord verunfallt – sechs davon allein auf der Etzenerlestrasse. Die Jagdgesellschaft mahnt deshalb zu erhöhter Vorsicht, insbesondere auf unbeleuchteten Landstrassen.

Acht Rehe auf Ruswiler Strassen verunfallt

Die Jagdgesellschaft Ruswil Nord mahnt zur Vorsicht auf Landstrassen: Im Oktober 2026 kamen bereits acht Rehe in ihrem Revier unter die Räder. 

Seit dem 1. Oktober läuft im Kanton Luzern die Herbstjagd. Auch die Jäger der Jagdgesellschaft Ruswil Nord sind momentan daran, die vom Kanton vorgeschriebenen Abschussvorgaben zu erfüllen. Die erlegten Rehe landen dann auf den Tellern heimischer Restaurants.

Hingegen unverwertet – da gesetzlich vorgeschrieben – bleiben jene Tiere, die dem Strassenverkehr zum Opfer fallen. Seit dem Startschuss zur Herbstjagd war dies im Jagdrevier Ruswil Nord bereits bei acht Rehen der Fall. Sechs Rehe verunfallten auf der Etzenerlestrasse. Über die letzten Jahre gesehen sind laut Jagdgesellschaft auch die Berg-, Roter- und Hauptstrasse Gefahrenherde.

«Für die Anhäufung haben wir keine konkrete Erklärung», sagt Jagdleiter Hansruedi Grüter. Eine mögliche Ursache könnte die Störung des Wildes sein – etwa durch Freizeitaktivitäten abseits der Waldstrassen. Und wahrscheinlich spiele der Zufall eine grosse Rolle.

Einen Vorwurf könne er den betroffenen Lenkerinnen und Lenkern nicht machen. «Wildtiere sind unberechenbar. Mehr als zur Vorsicht mahnen können wir nicht.» Damit meint Hansruedi Grüter: Besonders auf unbeleuchteten Landstrassen gilt es, aufmerksam und den Bedingungen entsprechend zu fahren.

Wer ein Wildtier erfasst, ist verpflichtet, die Polizei anzurufen. Diese bietet meist die zuständige Jagdgesellschaft auf. Flieht das Tier von der Unfallstelle, führt die Jägerschaft eine Nachsuche mit einem Schweisshund durch. Dadurch sollen verletzte Tiere aufgespürt und erlöst werden.

Dies gelang den «Nördlern» im Oktober bereits in zwei Fällen – einmal dank der Hilfe eines Hundegespanns der Jagdgesellschaft Ruswil Süd. Weitere Nachsuchen blieben jedoch erfolglos.

Wildtier erfasst: So verhalten Sie sich richtig

Bei Kollisionen mit Wildtieren im Strassenverkehr ist es wichtig, die Luzerner Polizei (Tel. 041 248 81 17) zu benachrichtigen. Denn diese bietet die im Revier zuständige Jagdaufsicht auf. Aufgebotene Jägerinnen oder Jäger entsorgen tote Tiere oder erlösen verletzte Tiere fachgerecht. Fliehen Letztere, kann die Jagdaufsicht zudem eine zeit- und fachgerechte Nachsuche mit einem Schweisshund einleiten.

Für Fahrzeuglenkerinnen und -lenker gilt:

  • Warnblinker einschalten und Pannendreieck aufstellen.

  • Die Polizei benachrichtigen und vor Ort bleiben.

  • Sich dem verunfallten Tier nicht nähern. Wildtiere sind den Kontakt mit Menschen nicht gewohnt, was bei ihnen Stress oder Aggression auslösen könnte.

Das Gesetz

Eine unverzügliche Meldung verhindert unnötiges Tierleid. Wer die Meldung unterlässt, macht sich gemäss Strassenverkehrsgesetz (unterlassene Meldepflicht) oder Tierschutzgesetz (Tierquälerei) strafbar. Auch das Verlassen des Unfallorts ist strafbar.

Die Versicherung

Eine Teilkaskoversicherung deckt in der Regel Schäden durch direkte Kollisionen mit Wildtieren. Eine Vollkaskoversicherung kann auch Schäden decken, die durch ein Ausweichmanöver verursacht werden. Die genaue Deckung richtet sich nach den Versicherungsbedingungen.

Das Benachrichtigen der Polizei kann zudem als Nachweis des Schadenfalls gegenüber der Versicherung dienen.

Die Prävention

Viele Wildtiere sind in der Dämmerung unterwegs. Besonders dann gilt: erhöhte Aufmerksamkeit, angepasste Geschwindigkeit und besondere Vorsicht an gefährlichen Stellen. Wildwarnschilder sind unbedingt zu beachten.

Wird ein Tier am Strassenrand gesichtet, sollte das Fernlicht abgeblendet werden, da starkes Licht Wildtiere irritieren kann. Falls möglich, können die Tiere mit der Hupe verscheucht werden.

Überquert ein Wildtier die Strasse, ist weiterhin erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Denn Wildtiere sind selten alleine unterwegs. Rehgeissen werden beispielsweise häufig von ihren Kitzen begleitet.

Während der Herbstjagd ist zudem darauf zu achten, ob Jagdhunde einer Fährte folgen. Warnschilder weisen auf Gebiete hin, in denen gejagt wird. Auch hier gilt es, die Geschwindigkeit entsprechend zu reduzieren.